Ein Credit Default Swap ist ein unreguliertes, frei aushandelbares Kredit-Derivat, das zumeist unter Banken, Versicherungen und privaten oder öffentlichen Finanzinstitutionen ausgehandelt wird.
Mit der Erfindung und Einführung von CDS als Standardinstrument im Kreditgeschäft ergeben sich unter der offiziellen Zielsetzung der Risikostreuung für den kreditgebenden Bankensektor Profit- und Einflussmöglichkeiten, die zuvor nicht möglich waren:
Von dem ernormen Wachstum im Gebrauch dieses Werkzeuges im internationalen Kreditwesen kann man sich aus den Dokumenten der BIS überzeugen. Ein Blick in die halbjährlichen Statistiken weist für das erste Halbjahr 2008 ein nominales Gesamtvolumen von 57.325 Milliarden $US bei einem z.Zt. angenommenen Marktpreis von 3.172 Milliarden $US aus. Der Nominelle Preis wird für den Käufer in dem Moment zum Marktpreis, da das zugrundeliegende Instrument versagt.
Hier liegen also gewaltige Anreize für kreative Banker verborgen.
Durch entsprechend ausgehandelte CDS kann eine Bank nun nicht nur von den Krediten selbst, sondern auch erheblich davon profitieren, dass Kredite und Kreditnehmer ausfallen.
Im Extremfall werden diejenigen Gegenparteien, die Profite aus den Kreditausfällen selbst suchen, auch noch mit Mitteln belohnt, die als Kredite auf das Steueraufkommen bereitgestellt werden, um die untergehenden Industriesektoren (zum Beispiel die Autoindustrie) aus sozialpolitischen Gründen am Leben zu erhalten. So kann es sich dann für die Kreditgeber doppelt und dreifach lohnen, Kredite an strukturell absterbende Industriezweige zu vergeben und in entsprechenden CDS gegen diese Abstiegskandidaten zu wetten.
Im traditionellen Kreditgeschäft der Vergangenheit hatte eine kreditgebende Bank oder ein entsprechendes Konsortium in der Regel alles Interesse daran, dass ein Kredit an ein Unternehmen des produktiven Teiles der Volkswirtschaft nicht platzte und auch das Unternehmen selbst nicht zugrunde ging, da nur ein produktiver Kreditnehmer in der Lage blieb, seine Kredite zu bedienen und so dem Kreditgeber Profite zu bescheren.
Zudem bedeutete die Abhängigkeit der kreditnehmenden Unternehmen von den Kreditgebern für diese unmittelbare Macht, auf die Entwicklung des Produktiven Teils der Volkswirtschaft und somit indirekt auf die Entwicklung des entsprechenden Landes Einfluss zu nehmen.
Unter diesem Blickwinkel betrachtet, stellen sich Schäffler & Conti, Porsche & VW, General Motors & Opel und viele ähnliche Fälle weniger als die Opfer einer Finanzkrise dar, in der Zugang zu liquiden Mitteln kritisch wird, als vielmehr als Kriegstote und -verletzte in einem Kampf der Finanzwirtschaft um maximalen Profit aus der Vewurstung einer Industrie, die sich im Untergang befindet.
Der Rettungsschirm für die Banken scheint eher eine Abwrackpämie auf die Industrie zu sein.
„The people who own the country ought to govern it.“
John Jay
, 12.12.1745-17.05.1829
Attributed to JOHN JAY.—Frank Monaghan, John Jay, chapter 15, p. 323 (1935). According to Monaghan, this “was one of his favorite maxims.” Unverified in the writings of Jay, although the essence of this is expressed in several passages
Diejenigen, denen das Land gehört, sollen es auch regieren
. Plötzlich zeigt sich hinter einer urdemokratischen Maxime eine ganz und gar undemokratische Bedeutung…