Die Party ist vorbei

— eine Welt mit unkalkulierbaren ökologischen Risiken wartet auf uns

  • Abrupte Klimaänderungen
  • Wassermonopolisierung
  • Bodenvergiftung und -erosion
  • weltweite Monopolisierung der Genome
  • Erosion des Know-how bäuerlicher Lebensweise
  • Beschleunigtes Aussterben von Arten über alle Klassen, Stämme und Reiche
  • Erosion der genetischen Basis der frei verfügbaren domestizierten Lebensformen

Die Liste der schädigenden Einwirkung der Krisenproduzenten auf die globale Ökologie, die Liste ökologischer Bedrohungszenarien ließe sich beliebig fortsetzen.

Weltweit sinkt der Anteil von autochthonen Kulturzonen mit niederiger ökologischer Belastung und hoher Fehlertoleranz.

60 Energiesklaven arbeiten im Durchschnitt für einen Einwohner der Industrienationen. Werden es bald wieder echte Sklaven sein?

Stattdessen steigt der Anteil industriell gemanagter und versiegelter, hochkomplexer Kulturzonen mit niedriger Fehlertoleranz an, und die Rechts- und Eigentumstitel dafür liegen in den Zentren der industriellen Zonen verschlossen.

Die wohlhabenden Nationen nehmen sich in Erstschlagsmanier das Recht zu beliebig tiefgreifenden Technologien mit beliebig steigerbaren Krisenszenarien heraus,- für eine Handvoll Dollars.

Von Hubbert's Peaks und anderen Gipfeln

Auf's engste damit verwoben ist das Thema Geopolitik und Energieversorgung, wobei Demografie, ökonomische Entwicklungen und geopolitische Strategien und Ereignisse in Zukunft sicherlich noch enger um das Thema Energieversorgung, Rohstoffversorgung und Klima gravitieren werden.

Die Energieversorgung sei hier stellvertretend herausgegriffen für die Versorgungsengpässe der Zukunft, die sich weltweit bei Luft, Wasser, Boden, Agrarprodukten und strategischen Bodenschätzen noch einstellen werden.

Während die potentiellen Konfliktlinien hier vor allem Verfügungsgewalt und Verteilungsgerechtigeit betreffen, geht es bei der Energieversorgung bzw. bei der Versorgung der Industrienationen mit bezahlbarem Erdöl real schon um einen Endkampf um die Verteilung der letzten verfügbaren Resourcen: Schon innerhalb der nächsten 25-50 Jahre werden die ökonomisch nutzbaren Erdöl-Vorräte komplett erschöpft sein.

Daß Öl-Interessen zumindest eine gehörige Portion Anteil an den kriegerischen Ereignissen nach 9/11 haben, ist inzwischen ja schon eine absolute Trivialität. Welche Auswirkungen allerdings das Zusammenwirken der verschiedenen resourcenbezogenen Größen auf unser Leben in naher Zukunft haben werden, ist schwer vorherzusehen.

Der Versuch der USA, ihren hegemonialen Anspruch im geopolitisch zentralen asiatischen Raum mit Waffengewalt durchzusetzen und dauerhaft zu untermauern, scheint sich abzuzeichnen.

Inwieweit die USA als größter Öl-Konsument (in Konkurrenz zu einem erstarkenden China) bereit sein werden, die eroberten saudischen und irakischen Vorräte zu erträglichen Raten zu teilen, ist schwer zu beurteilen.

Subsistenzsicherung in einer Welt dramatisch schwindender fossiler Brennstoffe

Wie wird sich der Abfall der carrying capacity pro Hektar durch das Ende der Ölwirtschaft auswirken?

Ein Leben ohne Auto- oder Flug-Benzin kann sich jeder mit Mühe noch vorstellen, autofreie Sonntage und Fahrverbote sind so manchem vielleicht noch im Gedächtnis.

Aber eine industrielle Welt ohne Öl oder sogar ganz ohne fossile Brennstoffe, ist das ohne Kriege vorstellbar? Erst recht, wenn es darum gehen soll, bei schwindender energetischer Basis Lebensverhältnisse aufrecht zu erhalten, die den Menschen der wohlhabenden Nationen über mehr als 100 Jahre lieb und teuer geworden sind.

Was bedeutet es wirklich in aller Konsequenz für unsere zukünftige Entwicklung, ohne bezahlbaren Nachschub an fossilen Brennstoffen auskommen zu müssen?

Ein Rückfall auf Formen der Subsistenzökonomie auch in den Industrieländern ist nicht auszuschließen.

Extrapolationen (nach C. J. Campbell)

  • Der Höhepunkt der Erdölförderrate ist ein Wendepunkt der Menschheit
  • 100 Jahre konventionelles industrielles Wachstum enden
  • Die Spitze der Zahl der Weltbevölkerung tritt zeitgleich auf, und das ist kein Zufall
  • Die Zeit des Niedergangs wird von großen Spannungen begleitet sein
  • Selbstgenügsamkeit und Nachhaltigkeit werden oberste Priorität gewinnen

„Quite plainly, as fossil fuel production begins to decline within the next decade, there will be less energy available for the production of food.“

Dale Allen Pfeiffer

  • Meadows, Donella, Randers, Jorgen u. Meadows, Dennis
    Limits to Growth. The 30-Year Update. White River Junction 2004
  • The 2006 Human Development Report
    United Nations Development Programme
  • Millennium Ecosystem Assessment 2005
    Ecosystems and Human Well-being: Biodiversity Synthesis. World Resources Institute, Washington, DC. 2005
  • UNEP Earth Scan
    United Nations Environment Programme
    Environment Outlook 3. Past, present and future perspectives. New York 2002

  • Dale Allen Pfeiffer
    Eating Fossil Fuels. 2004
  • Felicia Wu and William Butz
    The future of genetically modified crops : lessons from the Green Revolution
    Rand Corporation 2004
  • …und für alle, die gerne an den Weihnachtsmann glauben möchten, bietet diese Liste der U.S-Botschaft in Wien alles, was das Herz begehrt:
    BIOTECHNOLOGIE
  • Fred Gale (HG) e.a.
    China‘s Food and Agriculture: Issues for the 21st Century
    U.S. Department of Agriculture. Agriculture Information Bulletin No. 775. 2002

  • Campbell, Colin John
    Die Erschöpfung der Welterdölreserven. Vortrag Dezember 2000
  • Eichholtz, Dietrich
    Krieg um Öl. Ein Erdölimperium als deutsches Kriegsziel (1938-1943). Leipzig 2006.
  • Engdahl, F. William
    Mit der Ölwaffe zur Weltmacht. Der Weg zur neuen Weltordnung. Wiesbaden 2003.
  • Heinberg, Richard
    The Party's Over. Oil, War and the Fate of Industrial Society. Gabriola island 2003.
  • Hennicke, Peter u. Seifried, Dieter
    Das Einsparkraftwerk – eingesparte Energie neu nutzen.Berlin, Basel, Boston 1993.
  • Schindler, Jörg u. Zittel, Werner
    Weltweite Entwicklung der Energienachfrage und der Ressourcenverfügbarkeit. Schriftliche Stellungnahme zu ausgewählten Fragen der Kommission. Öffentliche Anhörung von Sachverständigen durch die Enquête Kommission des Deutschen Bundestages "Nachhaltige Energieversorgung unter den Bedingungen der Globalisierung und der Liberalisierung". Ottobrunn 2000
  • Simmons, Matthew R
    IV INTERNATIONAL WORKSHOP ON OIL AND GAS DEPLETION
    US Energy Policy and Foreign Policy
    19-20 May 2005, Lisbon, Portugal
  • Smil, Vaclav
    Energy at the Crossroads
    Global Perspectives and Uncertainties. Cambridge MA, London 2003.
  • Yergin, Daniel
    The Prize. The Epic Quest for Oil, Money and Power. New York, Toronto, Sydney, Singapore 1992


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