Wachstum ist auch nur ein Wort – für Inflation

2007-11-21

Jeder Boom sucht seinen Bust

Die energetische Basis
Die Nutzung fossiler Kohlenwasserstoffe als Rohstoff und Energieträger ermöglicht eine technisch-kapitalistische Wachstums-Zivilisation globalen Ausmasses.
Diese Zivilisation ist in allen ihren Erfindungen, ihrem Wohlstand und in ihren Alltagsgewohnheiten wie jede Zivilisation im höchsten Maße abhängig von ihrer energetischen Basis.
Doch gerade der überwältigende Erfolg legt den Keim zur Umwälzung. Die Nachfrage erschöpft das Angebot und die Abhängigkeit wird ignoriert.
Die nahezu weltumspannende Vorherrschaft des Erdöl-Weges von Nahrungs- und Wärmeerzeugung bis hin zu Tansport und Kommunikation verschleiert den Blick für die nunmehr prekäre Lage der Abhängigkeit in allen Verästelungen des Alltagslebens.
Grenzen des Wachtums
Gerade der vordergründige Erfolg der Anwendung industrieller Methoden zur gewinnbringenden Ausbeutung von Ressourcen in Wasser- und Bodenwirtschaft verstellt den Blick für die Gefahren. Der erfolgreiche Übergang zur weltweit vorherrschenden, technisch-industriellen Nahrungsmittelproduktion und die Anwendung der Hilfsmittel der Kohlenwasserstoff-Industrie macht durch die anfänglich spektakuläre Erhöhung der Erträge eine Revision dieses Weges immer unwahrscheinlicher.
Die Verschiebung des Wirtschaftens aus der Zone der nachhaltigen Nutzung in die Zone der zerstörerischen Übernutzung wird unumkehrbar.
Globales Bevölkerungswachstum
ist Ergebnis und Ausdruck der immer neuen ökologischen und ökonomischen Inflationen.
Die zunächst 'wohltätige Inflation' unter dem Einfluss des zunächst billigen Öls stellt sich hier im globalen Maßstab als steigende Lebenszeit und steigende Wohlfahrtsansprüche dar.
Der Zusammenbruch naht, wenn durch das 'demographische Paradoxon' gerade in den Staaten mit der höchsten Lebenserwartung und den umfassendsten Versprechungen zur Wohlfahrt die Realisierung der Versprechungen an der sinkenden Reproduktionsrate und der ungünstigen Einkommensverteilung zu scheitern droht.
In dieser Phase des Gesellschaftsentwicklung werden Angst und Furcht zu immer wichtigeren politischen Rohstoffen.
Inflationen in der Ökonomie
Manipulation des Wirtschaftsgefüges durch inflatorische Geldpolitik verdeckt durch zunächst steigendes Wachstum und Wohlstand in wechselnden Sektoren die Entstehung von Fehlallokationen und beschleunigten Krisenfolgen bis hin zu globalen Deflation/Hyperinflation-Zusammenbrüchen und zur massenhaften Wohlstandsvernichtung.

Krisenszenarien, die bisher asynchron zueinander und asynchron zu den inneren Verfassungen der verschiedenen Weltregionen aufgetreten sind, beginnen im 21. Jahrhundert, begünstigt durch die Methoden der Globalisierung, sich zu synchronisieren und auf einen gemeinsamen Krisenhöhepunkt vor der 2. Hälfte des Jahrhunderts zuzulaufen.

Die Szenarien entrollen sich vor dem Hintergrund weiterer globaler und menschengmachter Krisen des Klimas und der globalen Ökologie.

Gibt es realististisch Aussichten auf friedliche Lösungen?

Die Problemstellungen mögen vielleicht technisch-naturwissenschaftlich erscheinen, aber ihre wahre Natur ist politisch: im Sinne von res publica. Es ist die Sache, die alle angeht, allerdings nicht im Sinne von Weltanschauungspolitik.

Das politische Problem der energetischen Basis der globalen technisch-kapitalistischen Zivilisation und dieser Zivilisation selbst muss gelöst werden

Das politische Problem der globalen Tragfähigkeit der Methoden der Nahrungsmittelerzeugung und -verteilung muss gelöst werden.

Das politische Problem der Tragfähigkeit der Methoden der Wohlfahrtssicherung und -verteidigung muss gelöst werden.

Das politische Problem des grundlegenden ökonomischen Systems muss gelöst werden.

Die Problemstellungen lassen sich ad libitum erweitern.

Die bisherigen Ereignisse der menschlichen Geschichte zeigen, dass globale Lösungsversuche mit den hierarchischen Methoden der Herrschaft und Kontrolle unweigerlich in Kriege führen. Lösungsansätze mit Aussichten auf friedliches Überleben können nur solche auf der Grundlage regionaler und lokaler Bedingungen und Bedürfnisse sein.


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